Die Clane
Die westliche Welt kennt fünf große Clane, fünf grundsätzliche Typen des Vampirseins, von denen jeder Vampir abzustammen scheint, obgleich niemand sagen kann, ob es wirklich nur fünf sind, warum es nur fünf sind und ob jene fünf von derselben „Ur-Linie“ abstammen oder völlig verschiedene Ursprünge haben.
Diese sind:
Daeva

Die Sukkubi sind Meister der Verführung und der Inbegriff des Vampirs als sinnlicher Jäger der Menschen. Von Natur aus anderen Vampiren überlegen, betrachten sich viele Daeva sich als anbetungswürdige Elite der Kinder der Nacht, die sich vor allem im Invictus sehr wohl fühlen. Geschöpfe der Sinnlichkeit, leiden Daeva unter der Macht der Gewöhnung und verfolgen im Laufe der Zeit immer extremere Genüsse, um überhaupt noch etwas spüren zu können.
Gangrel

Diese Wilden sind die Herren der Wildnis und der Inbegriff des Vampirs als untote Bestie. Ihre enge Verbundenheit zu den Tieren und ihre Gabe, sich in solche zu verwandeln, ermöglichen den Gangrel tiefere Einblicke in die Gestalt der Bestie als jedem anderen Vampir. Außergewöhnlich viele Gangrel sind Freie oder Mitglied im Zirkel der Mutter. Bestien, die sie sind, achten die Gangrel die rohe körperliche Macht des Gegenübers zuweilen mehr als dessen Stand oder Amt.
Mekhet

Die Schatten sind die Hüter der Geheimnisse und der Inbegriff des Vampirs als Wesen der Dunkelheit. Die Mekhet gehen an jene Orte, von deren Existenz die anderen Clane nicht einmal etwas wissen, und fühlen sich besonders in jenen Bünden wohl, die nach den letzten Antworten suchen oder deren innere Spannungen beste Geschäfte ermöglichen.
Nosferatu

Die Mahre sind Wesen des Schreckens und der Inbegriff des Vampirs als Wesen des reinen Grauens, über das der Clan gebietet wie über ein Instrument. Unfähig, sich unter den Menschen unauffällig zu bewegen, weben die Mitglieder des Clanes einen Schleier der Verdunkelung um sich. Ungeliebt, möchte sie keiner zum Freund haben, doch als Feind doppelt gefürchtet buhlen alle Bünde um ihre Mitgliedschaft.
Ventrue

Die Gebieter sind das edelste Geschlecht der Vampire und der Inbegriff des Vampirs als untoter Adeliger. Zum Regieren geboren, gewinnen die Ventrue jeden Konflikt, denn sie planen weiter voraus als jeder andere Vampir. Am Stärksten sind die Ventrue im Invictus und in der Ordo Dracul vertreten, und in jedem Bund streben sie zur Spitze.
Blutlinien
Jeder der fünf großen Clane hat im Laufe der Zeit verschiedene Blutlinien hervorgebracht, Kinder der Nacht mit fremden Bräuchen und Kräften. Vielleicht hat auch jeder der Clane dereinst als Blutlinie eines früheren Stammes angefangen. Solches Wissen ist verloren im Schatten des Vergangenen.
Theoretisch sind Blutlinien nichts anderes als Linien von Nachkommen, die, ausgehend von einem Erschaffer und Linienbegründer, eine besondere Eigenart gepflegt oder kultiviert haben. Die Besonderheit besteht darin, dass einige dieser Linien sich so weit von ihrem Stammclan entfernt haben, dass ihnen neue Kräfte offenbart wurden, die im Blut des Clanes unerkannt schlummerten.
Die Zahl dieser Blutlinien ist zumindest theoretisch unbegrenzt. Schon deshalb, weil es zahllose Familien von Vampiren gibt, die sich als Blutlinie, Haus oder eigenes Geschlecht betrachten, ohne „wirklich“ eigene Kräfte oder (in Spielregeln messbare) Schwächen hervorgebracht zu haben.
Wer also will sagen, ob das Berliner Mekhet-Geschlecht der Zioniden noch Mekhet ist oder eine eigene Blutlinie? Wer würde darüber urteilen wollen, ob die Ventrue der Mariuslinie eigene, verborgene Kräfte haben? Wer möchte mit dem Finger auf den Abt zeigen und sagen, er sei etwas anderes, noch Grauenerregenderes als „nur“ ein Nosferatu?
Besonders beunruhigend am ganzen Gegenstand der Blutlinien ist, dass ein jeder Vampir desselben Stammclanes das Potenzial besitzt, einer Blutlinie dieses Clanes „beizutreten“, indem er das Blut der Linie trinkt und in den Wegen der Linie unterwiesen wird.
Bis er in Leib, Seele und Verdammung hervorbringt, was das Herz und die Seele der Linie ist.

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